Künstler 2019

Kristina Kanders

Kanders malt(t) anders

Kristina Kanders

Die Kölner Künstlerin Kristina Kanders zeigt in der Einzelausstellung des Eschweiler Kunstvereins erstmals Bilder aus drei ihrer aktuellen Serien.

Disappearing Housewives – Verschwindende HausfrauenHeroes und Icons – Heldinnen und IkonenFood People – Du bist, was du isst


1. Disappearing Housewives – Verschwindende Hausfrauen

Oft ausgehend von Frauenfotos aus der Werbung der 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts malt Kristina Kanders Ölbilder dieser Motive auf dekorative Originaltapeten aus dieser Zeit.
Hierbei spielt sie mit der Seherfahrung des jeweiligen Betrachters dergestalt, dass sie die Frauen mal mehr, mal weniger im Muster der Tapete aufgehen lässt – so dass die Frauen im Hintergrund zu verschwinden scheinen. Dennoch vervollständigt das Auge des Betrachters die Figuren – die Unsichtbarkeit wird sichtbar gemacht.
Bis in die 60er Jahre waren auch deutsche Frauen vornehmlich hauptberuflich Hausfrauen. Die Hausherrin und ihre unterbewertete Arbeit war so selbstverständlich wie die Tapete an den Wänden: dekorativ, schmückendes Beiwerk – aber sie hatte wenig zu sagen.
Inzwischen sind viele Frauen berufstätig. Doch wie steht es heute um „das bisschen Haushalt“? Wie viel Emanzipation hat tatsächlich zu Hause stattgefunden?

2. Heroes und Icons – Heldinnen und Ikonen

In dieser Serie zeigt Kristina Kanders ihre persönlichen Helden: sowohl Personen, die sich mutig entschlossen für Frieden, Aufklärung und Menschenrechte einsetzen bzw. gekämpft haben, als auch einige ihrer persönlichen musikalischen Vorbilder.
Diese „Bilder“ erhalten ihren besonderen Reiz dadurch, dass sie aus bis zu 6-schichtiger Wellpappe herausgeschnitten werden.
Auf extreme hell-dunkel Kontraste reduziert, überträgt sie dabei die Porträts auf Wellkarton, wobei einzelne Schichten teilweise entfernt und bemalt werden. Die dadurch freigelegten Wellen spielen ihrerseits wieder mit Licht und Schatten und verleihen den Kunstwerken eine reliefartige Tiefe.
Manche der Portraits erschließen sich erst auf den zweiten Blick, was zum Suchen und Finden einlädt.



3. Food People – Du bist, was du isst

Unter dem Motto “Du bist, was du isst” zeigt Kristina Kanders in diesen Werken den Zusammenhang zwischen der Nahrung, die wir zu uns nehmen, unserer Figur und den Einflüssen unserer Entscheidungen auf die Umwelt. Der Betrachter kann eindrücklich nachvollziehen, welche Ernährungsform er wählen möchte.
Aus der Werbung ausgeschnittene Lebensmittelbilder werden von der Künstlerin zu Ganzkörper-Collagen zusammengestellt, auf bemaltem Holzuntergrund geklebt und oberflächenversiegelt.
Ob „Heinz und Barbie Q“ (Grillfreunde), „Adam und Eva“ (Frutarier) oder „das Süße Kind“ – die hochaktuellen Werke haben ernsten Hintergrund und Humor zugleich.




Vita

Kristina Kanders, geboren in Köln, begann bereits in jungen Jahren zu malen und Musik zu machen. 1987 ging sie nach New York, um zu studieren (Bachelor of Fine Arts, Parsons School of Design, NYC; Master or Arts Degree, Queens College, NYC). Insgesamt blieb sie fast 20 Jahre dort, gab international Konzerte und unterrichtete elf Jahre an der New School University.
Nach ihrer Rückkehr nach Köln 2005 produzierte Kristina mehrere CDs und Kunst- und Musikvideos.
Ausstellungen und Konzerte in Deutschland folgten. Seit 2012 liegt der Schwerpunkt ihres Schaffens vollständig in der bildenden Kunst.

Ausstellungen

2018 Salon d´Automme, Paris (G,K)
Galerie Greskewitz/Kleinitz, Hamburg, Collective Identity III (G,K)
Kunstpreisausstellung der Sparkassenstiftung Karlsruhe (G)
Die große Kunstausstellung NRW, Düsseldorf (G,K)
Grand Salon, Bad Säckingen (G,K)

2017 Bunker K 101, Köln, Trump-Kann Kunst als zahnloser Tiger Trump beißen? (G)
Lions Club Kunstauktion, Volksbank Wiehl (G)
19. Art Connection, Maternushaus Köln (G)
Städt. Galerie Wesseling, Disappereating Housewives (E)
Galerie Unterhammer im Karlstal, Disappereating Housewives (E)
NordArt (G,K)
Galerie Luzia Sassen, Windeck Null zu Null (G)
Grand Salon, Bad Säckingen (G,K)

2016 Frauenmuseum Bonn, Jahresausstellung Work & Women (G,K)
28. Kunsttage Rhein-Erft, Abtei Brauweiler (G,K)
Offene Ateliers, Köln (E)
18. Art Connection, Köln (G)

2015 Petersburger Art Köln, Zack Zack (G)
Frauenmuseum Bonn (G,K)
Artvideo Köln, (G)
Kanzlei Spruhs, Köln (E)

Kunstpreise

2018 Ausgezeichnet mit dem Kunstpreis Wesseling in der Kategorie Malerei

Thomas Kellner

„Tango Metropolis“ zeigt Kellners charakteristische Fotoarbeiten als Kontaktbögen mit Architekturmotiven aus aller Welt, wie den Tokyo Tower, die Golden Gate Bridge oder aber auch das Brandenburger Tor.

Bei ausgiebiger Betrachtung der Werke erkennt man, dass die Bilder zusammenhängend und bewusst geschossen wurden, um sie auf bestimmte Weise zusammensetzen zu können. Es wird klar, dass ein gut durchdachtes System dahinter steckt. Die schwarzen, horizontal laufenden, mit Codes und fortlaufenden Nummern versehenen Streifen sowie dünnere, vertikal angelegte, scheinbar durchgehende Teilungen zeigen deutlich, dass es sich hier um Filmmaterial und Kontaktabzüge handelt. Dabei kann die Anzahl der Einzelaufnahmen eines Werkes bis zu 1296 sein.

Diese künstlerische Methode, die Kellner erfunden hat und zu seinem Markenzeichen geworden ist, wird der „Visuelle analytische Synthetismus“ genannt. Aus der Sicht der Philosophie ist sie die Fortsetzung bzw. die visuelle Interpretation der Methode von Kant: Durch den Denkprozess (Deduktion) analysiert und rekonstruiert der Künstler (das denkende Subjekt) einzelne Elemente zu einer neuen Struktur, der Synthese - dem absoluten und vollständigen Wissen. Im Falle von „Tango Metropolis“ ist das das Wissen über die weltweite Architektur und das Verstehen ihrer Physik, Wurzeln und kulturellen Zeichen. Seine Werke lassen erkennen, dass er das Motiv im Voraus analysiert hat, sich ein eigenes Bild davon im Geiste gezeichnet hat und weiß, wann er die Kamera in welche Richtung drehen musste, um das tanzende architektonische Gebilde visualisieren zu können. Er sieht, plant und komponiert. Der kreative Prozess beinhaltet Konstruktion, doch das Ergebnis wirkt wie eine Dekonstruktion. Die Fotozeitschrift „Photo Italia“ schrieb sogar, dass es keinen Zweifel daran gäbe, dass Thomas Kellner für die UNESCO ein Krimineller sein müsste.