Künstler 2017

Martin Schöneich

Der südpfälzische Künstler Martin Schöneich sieht sich in der Tradition der modernen abstrakten Bildhauerkunst. Seine Plastiken zeichnen sich mit ihrer – im besten Sinne – monumentalen Anmutung, durch sichere Komposition und hoher Präzision und Klarheit aus. Er arbeitet ebenso versiert in den Materialien Stein, Holz, Gips für den Metallguss; seine Vorliebe gilt aber der großformatigen, geschweißten Metallplastik.

Die klassischen, figurativen Bildhauerqualitäten, wie Ponderation und Ausdruck, hat er als Meisterschüler von Friedrich Koch an der Münchener Akademie erworben. Seine davor absolvierte Lehre im Industriemodell und –formenbau schulte ihn in seiner quasi technoiden Präzision und Klarheit.

Schon bald nach dem Studium verlässt er die Figuration und erarbeitet sich das Vokabular des freien Spiels der abstrakten Formen, wie es in den Epochen des Kubismus, Suprematismus und des Futurismus praktiziert wurde.

Elementarkörper wie: Kugel, Würfel, Quader, Zylinder, Prismen etc. fügt er zu sorgfältig austarierten, kraftvollen Kompositionen, die trotz ihrer rationalen räumlichen Struktur einen hohen poetischen Gehalt aufweisen. Aktuell ergänzen Raumkurven, die ebenso körperhaft geformt sind, das oben genannte Vokabular.

Er ordnet diese Elementarkörper so an einer imaginierten Achse an, dass die Wahrnehmung des Betrachters – der die Plastik umrundet – durch die Überschneidung von Formen und Konturen eine virtuelle Bewegung erfährt. Diese Elementarkörper bleiben in ihrer konkreten Form erhalten und grenzen sich klar ab, sind über „Gelenke“ verbunden und halten sich gegenseitig in Balance.

Damit die komplexe und differenzierte Plastik formal nicht in Einzelteile zerfällt, erhält sie einen homogenisierenden Farbanstrich oder die Edel-Rost-Patina des Cortenstahls bzw. den mattierten Glanz des Edelstahls.

Die Elementarkörper werden nicht wie im Futurismus verschliffen und geglättet um dem Dynamismus der modernen Zeit durch die Stromlinienform eine Symbolqualität zu geben. Man könnte von einem „dynamischen Elementarismus“ sprechen, der dem Spiel der Körper eine tänzerische Leichtigkeit und Poesie verleiht, die sich gerade dadurch von einer aerodynamischen Nutzform des Designs unterscheidet.

Hier scheint mir die gleiche Poesie am Werk wie in Kubricks Film Odyssee 2000, wo ein in die Luft geworfener Knochen zu Walzerklängen zu einem Raumschiff mutiert.

Schöneich findet seine Formideen auf langen, ausgedehnten Spaziergängen in der Landschaft des heimatlichen Pfälzer Waldes. Im Atelier werden dann in raschen Skizzen diese von allen Seiten festgehalten. Somit ist die Grundgestalt weitgehend festgelegt. Nun werden mittels CAD-Programms die Proportionen feingeschliffen, allseitig, auch von oben. Ein vorletzter Schritt bearbeitet den konstruktivstatischen Teil, bevor die handwerkliche Umsetzung erfolgt.

(Ritter)

VITA

1955 in Grünstadt geboren
1970 Lehre als Modellschreiner
1978 Studium der Bildhauerei und Grafik an der Akademie der bildenden Künste in München
1982 Meisterschüler bei Prof. E. Koch
1984 Abschlussdiplom der Bildhauerei
seit1985 freischaffend als Bildhauer und Grafiker tätig
seit 2008 Lehrauftrag an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg
lebt und arbeitet in Bad Bergzabern und Vorderweidenthal

Preise und Auszeichnungen

1983 Mannlichpreis München
1983 Förderpreis für Bildhauerei Rheinland/Pfalz
1986 Arbeitsstipendium Lincoln/England
1996 Reisestipendium Frankreich-Spanien (Besuch bei Eduardo Chillida)

Einzelausstellungen (Auswahl)

1984 Galerie ART-CONTAKT Karlsruhe
1984 Städt. Galerie Neuburg/Donau
1985 Galerie Villa Sreccius Landau
1986 Kahnweilerhaus Rockenhausen
1986 Hardinghouse Lincoln/England
1989 Rheinischer Kunstverein Aachen
1991 Galerie AWANGARDA Breslau/Polen
1993 Kunstverein Eisentor Mainz
1996 Kunstverein Bobingen-Augsburg
1997 Kunstverein Speyer
1998 Servas Kunsthalle Rodalben mit Ulrich Wolff
2000 Kreisgalerie Dahn
2000 Alte Synagoge Weisenheim am Berg
2001 Kunstverein Germersheim mit Franz Martin
2002 Stadtbibliothek Landau
2003 Kahnweilerhaus Rockenhausen
2004 Altes Rathaus Grünstadt
2005 Landtag Mainz mit Artur Bozem zum Thema Dialog
2005 AKADEWE e.V. Landau / Siebeldingen
2006 Galerie TU Kaiserslautern
2006 Altes Rathaus Wörth
2007 DIALOG Kunstverein Zweibrücken mit Prof. E. Koch, München
2008 Kunstverein Germersheim mit Wolf (Karlsruhe) und Adamek (Krefeld)
2010 Feuerbachhaus Speyer
2010 Kunstverein Jockgrim
2010 Rosengarten Mannheim
2011 Kunsthaus Frankenthal
2012/13 Museum Pachen Rockenhausen
2013 Pfalzstahl Galerie Ritter+Ritter Neustadt/Wstr.
2013/14 Museum Heylshof Worms
2014 “Rotation“ „Galerie N“ Dahn
2015 Galerie „Artelier“ Rheinzabern
2016 Kunsthaus Zentscheid/Eifel

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

1988 Anker-Ausstellung Hackmuseum Ludwigshafen/Rh.
1988 Große Kunstausstellung München
1998 GRAFIK DER GEGENWART Rhein. Landesmuseum Bonn
1998 Galerie Depelmann Hannover
1998 Int. Kunstmesse ART Leipzig
2000 Buchmesse Innsbruck
2000 LINIE-FLÄCHE-RAUM Neue Galerie München
2001 Kahnweilerkunstpreis für Skulptur/Plastik Rockenhausen
2001 ANKER Ausstellung Hackmuseum Ludwigshafen/Rh.
2002 Pfalzpreis Kaiserslautern
2002 ANKER Ausstellung Hackmuseum Ludwigshafen/Rh.
2002 Kunstverein Zwickau
2003 Zwei + Zwei Villa Streccius Landau
2004 Europäischer Kunstverein Prüm
2005 Kunstverein ALTE NAHEBRÜCKE Bad Kreuznach
2006 APK Ausstellung „Fotografie, Grafik, Plastik“
2006 Position Zeitgenössischer Plastik Kunstverein Speyer
2007 Energie, Feuer, Wärme BBK Villa Streccius Landau
2007 EVBK Jahresausstellung Prüm
2008 Pfalzpreis-Ausstellung Pfalzgalerie Kaiserslautern
2008 „Interferenzen“ Gruppe Ars Palatina TUFA Trier
2009 Burg Kronberg/Ts.
2009 Ars Palatina Vianden/Lux
2010 Rosengarten Mannheim Künstlerbund Rh./Neckar
2010 Gruppe „ArsPalatina“ Villa Streccius
2012 30 Jahre Kunstverein Germersheim 30 Künstler
2013 „Stein auf Stein“ Kunstforum Heidelberg
2013 EVBK Prüm
2013 Kunst im Container Landau
2013 Weissenburg/Elsass
2013 Galerie Ritter + Ritter Neustadt/Weinstr.
2014 „Schöneich“ Horst, Martin, Ulrich Kunsthalle Neustadt
2014 „Rotation“ Kreishaus SÜW Landau/Pfalz
2015 „Heidelberg – Olsztyn/PL“
2016 Kunstverein Leimen/ Lehrende PH Heidelberg,
2016 Galerie „Schwingeler Hof“ Köln/Wesseling





Symposien
1989 Intern. Bildhauersymposion Jockgrim
1990 Bildhauersymposion Lanzarote
1994 Intern. Bildhauersymposion Südl.Weinstrasse,
1999 Deutsch-Französisches Bildhauersymposion Lauterbourg/Frankreich
2000 Intern. Bildhauersymposion Kaiserslautern
2004 Intern. Holzbildhauersymposion Rockenhausen
2010 Intern. Bildhauersymposion Rockenhausen
2013 Bildhauersymposion Tiefenthal/Pfalz
2015 Deutsch/Amerikanisches Bildhauersymposion Ramstein

Kunst am Bau

Seit 1985 Beteiligungen an Kunst am Bau-Wettbewerben Deutschland- und Europaweit.

Auswahl wichtiger Kunst am Bau Projekte

1988 „Tanz“ (Eisenguss) VR Bank Kaiserslautern
1992 Brunnenanlage (Granit) Rathaus Lambsheim/Frankenthal
1992 Brunnenlandschaft (Sandstein/Lava) Bürgerplatz Jockgrim
1992 Gestaltung Unterführung (Edelstahl/Farbe) Finanzamt Trier-Süd
1995 „Getragen“ (Bronzeguss) Christophorusheim Kaiserslautern
1996 „Lebensweg“ (Stahl/Holz) Realschule Haßloch
1999 „Dekon“ (Sandstein) Stadtpark Bischwiller/Frankreich
2000 „Verbunden“ (Stahl/Stein) Ortseingang Kaiserslautern-Süd
2001 „In Bewegung“ (Messing) Polizeihubschrauberstaffel Koblenz-Winningen
2004 „Ideallinie“ (V2A-Stahl/Stein/Messing) Sportpark Pirmasens
2006 „Durchblick“ (Cor-Ten-Stahl) IGS Contwig
2008 „Loop“ (V2A-Stahl) Eingangsbereich Fachhochschule Worms
2009 „Mit allen Sinnen“ Pausenhofgestaltung IGS Stromberg
2012 „KMM“ (Cor-Ten-Stahl) Kreisel Maikammer/Weinstraße
2014 „Gebrochener Ring“ (Stahl) Gedenkstätte Amok Winnenden
2015 „Säule“ Burganlage Civitella d. Angliano/Italien
2017 „Durchblick II“ (Stahl) Gymnasium Bad Bergzabern

Fläche-Raum-Komposition-Duktus

Max Stiller – Malerei

Das zentrale Thema in Max Stillers Arbeiten ist die Verknüpfung von Räumen unter Anwendung geometrischer Bildsprachen.

Mit dem Dreieck, dem Tricubus, als zentralem Element, zielt das Sujet des raumgeometrischen Werkes in erster Linie auf die Art der Darstellung, auf die Zerlegung und Verknüpfung von Räumen. Es ist unabhängig sowohl vom Motiv als auch von der Farbe; dennoch sind eindeutige Schwerpunkte vorhanden. Die Motive sind gegenständlich und ungegenständlich.

Wie im Kubismus der Klassischen Moderne geht es um die Darstellung und Zerlegung der Körper (Objekte) in bzw. ihre Reduzierung auf geometrische Formen. Die kubistische Bildsprache sowie unverzichtbare Elemente von Futurismus, Konstruktivismus und Konkreter Kunst dienen als Werkzeug. Der Künstler erhebt den Anspruch, das Objekt und en ihn umgebenen Raum miteinander zu verbinden.

Max Stiller arbeitet frei Hand nur mit Pinsel, einzige Hilfsmittel sind Bleistift, Lineal und Zirkel zum Vorzeichnen. Er verwendet Ölfarben höchster Pigmentierung, nach eigenem Rezept. Seine Methode erzielt eine hohe optische Ausstrahlungsdichte und Leuchtintensität.

Vita

1957 geboren in Neuss
1979 Studium der Mathematik, Universität Köln
1991 Aufbau einer grafischen Abteilung im Bereich Druckvorstufe
1994 Beginn der freiberuflichen Tätigkeit als Grafiker
Experimente und Analysen zum Umgang mit Materialien der Bildenden Kunst
2002 Entstehung der ersten Struktur-/Reliefwerke
Entwicklung von Rezepturen zum Auftrag von Farbpigmenten
2005 Auseinandersetzung mit der Raumgeometrie und geometrischen Bildsprachen
mit eigenen Konzepten; Erarbeitung des Trigonometrischen Kubismus´;
Haupttätigkeit wird die freiberufliche künstlerische Tätigkeit als Maler
2008 Aufnahme in das europäische Kunstprojekt El-Drac / Spanien
2011 Aufnahme in den Bundesverband Bildender Künstler Deutschland (BBK, Berlin)
Aufnahme in die Internationale Association of Art (IAA, Paris)
2015 Nominierung für den 4. Internationalen Evard-Preis für Konstruktivismus und
Konkrete Kunst der messmer foundation

Werke befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen

Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland

Sarah Schiffer

In all ihren Facetten hat die menschliche Darstellung in den Bilderwelten von Rolf Mallat Priorität. Mal sind es Einzelportraits, die im Sarah Schiffer entwickelt sich seit über 10 Jahren auf dem Gebiet des Scherenschnitts weiter. Sie findet immer wieder neue Ansätze und Perspektiven. Man sieht z.B. kleinformatige Landschaftsbilder, in deren Zentrum arrangierte Figurengruppen stehen.

Die Künstlerin arbeitet ohne eine Vorzeichnung. Erst während des Arbeitens entsteht das Motiv, das sich aus ihren Erinnerungssequenzen bildet. Sperrige, dynamische und detailreiche Bilder entstehen, die wahrgenommen werden und die Wahrnehmung schärfen.

Einen Namen hat sich Sarah Schiffer auch als Illustratorin gemacht. „Wenn ich einen Text illustriere, ist es nicht mein Ziel, ein Motiv eins zu eins wiederzugeben.“, erklärt Sarah Schiffer. Sie möchte vorrangig ein bestimmtes Detail oder einen bestimmten Aspekt der Geschichte in den Vordergrund rücken und damit eine zweite Ebene der Wahrnehmung anbieten.

In ihrem Werk gelingt der Künstlerin eine eigenwillige Adaption eines traditionellen Verfahrens, ein künstlerisches Projekt mit Potential, kreativ und innovativ mit Bewegungsausruck, Form und Farbe.





Vita

1965 geboren in Jülich
1986-1989 Ausbildung zur Holzbildhauerin in Berchtesgaden
1989-1991 Arbeit als Bildhauerin in Stuttgart
1992-1996 Kunst- und Geschichtsstudium in Köln
Seit 2003 freiberuflich, lebt und arbeitet in Düren

In zahlreichen Ausstellungen, national und international vertreten

Robert Ciuraj

Robert Ciuraj ist Bildhauer mit Fundstücken aus Eisen. Seine Stäbe, Röhren, Schnittformen entdeckt er meist auf Schrottplätzen. Sein Atelier gleicht einem wundersamen Ort aus sich schlängelnden Gebilden, ausgeschnittenen Formteilen oder Eisendraht. Es sind zufällig aufgelesene Abfallformen. Aus diesem Material komponiert Robert Ciuraj seine Objekte. Es entstehen Werke von ausgewogener Formschönheit. Seine Skulpturen tragen Geschichte in sich. Jedes Einzelteil könnte eine andere Geschichte erzählen – gemäß der pantheistischen Vorstellung, dass alle Materie lebt. Aus der Topografie des Zufalls lässt der Künstler Skulpturen entstehen, die eine Aura magischen Schweigens umhüllt.



Vita

1946 in Rosenheim geboren, aufgewachsen in Oberhausen
1968 erste autodidaktische Studien
1979/80 Arbeitsaufenthalt in einer Schlosserei
1980 Atelierwerkstatt in Liblar
1985 Atelierwerkstatt in Düren
1989 Gründungsmitglied „Kunstkontakt“ e.V.
1996 Mitglied „Klangwerkstatt Mannheim“
Seit 1998 „Be my Guest“, Atelier-Ausstellungsreihe mit auswärtigen Künstlern

In zahlreichen regionalen und überregionalen Ausstellungen vertreten